Therapiezentrum Iven in Baiersbronn

Ich war in der zweiten Osterferienwoche mit Rabea im Therapiezentrum Iven in Baiersbronn. In Baiersbronn wird mit den Kindern eine Intensivtherapie nach Padovan gemacht. Dort haben sie dann an 6 Tagen eine Stunde Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie.

Leider liegt Baiersbronn nicht bei uns in der Nähe, so sind Rabea und ich mit dem Zug gefahren. Denn alleine wollte ich die Strecke bis in den Schwarzwald nicht fahren. Da wir gerade auch am bauen sind, blieb mein Mann mit unserer Großen zu hause und sie haben sich da ein paar schöne Tage gemacht. Ich hatte vor der langen Zugfahrt echt Respekt, aber Rabea hat das super toll gemacht. Jeder Zug der vorbei fuhr, jeder der an unserem Abteil vorbeiging oder am Bahnsteig stand wurde winkend und „Hi“ sagend begrüßt.

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Gewohnt haben wir in einer Ferienwohnung von Frau Iven. Die Wohnung liegt in der Alten Gasse und war richtig toll. Von dort aus konnte man durch einen kleinen Park zu Fuss zum Therapiezentrum laufen. In diesem Park liegt auch ein toller Spielplatz, an dem wir ganz oft halt gemacht haben. Dort und im Therapiezentrum haben wir schnell Anschluss zu anderen Eltern gefunden.

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Das Wetter lud einen auch förmlich dazu ein dort zu verweilen. Ich mußte Rabea noch schnell ein paar Tshirts holen.

Unseren ersten Termin hatten wir morgens um 9.30 Uhr gestartet sind wir mit einer Logopädiestunde. Dort wurde erst einmal geschaut und gefragt, was Rabea schon kann. Und es wurden auch schon die ersten Übungen gemacht. Gestartet sind wir immer mit einer Verhaltensübung. Da sollte Rabea immer einer Aufforderung folgen. Gemacht wurde das mit farbigen Eimern und Glöckchen. Danach hat Rabea Silben sprechen müssen. Dies machte sie anfangs mit Hilfe der Lautkiste und am Ende der Woche mit Hilfe der Silbenkarte. Anschließend wurde entweder Lotto gespielt oder mit Bildkarten gearbeitet. Der Satz mach du auch, gehört schon zu unserem festen Wortschatz.

Als nächstes hatte Rabea eine Physiotherapiestunde, auch hier wurde wieder geschaut was sie schon kann, wo ihre Defizite liegen usw. Dann wurde nach Padovan geturnt. Für Rabea war es eine totale Umstellung, sie schrei, weinte und kämpfte dagegen an. Am Nachmittag hatten wir Ergotherapie in der die Mundtüte dazu kam. Rabea war das alles sehr supekt und sie wusste das gar nicht umzusetzen. Auch hier wurde wieder unter Protest nach Padovan geturnt.

Der nächste Tag begann wieder mit einer Logopädiestunde und die verlief richtig gut. Das Turnen in der Physiotherapie war wieder schrecklich. Rabea weinte und werte sich. So brachen wir die Stunde ab und ich hatte ein Gespräch mit Frau Iven. Sie schaute sie sich an und gab mir viele Tipps und Hinweise. Sie stellte dann aber auch die Therapeuten um. Ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob das für uns der richtige Weg war. Rabea war fertig, ich war fertig und ich war kurz davor nach Hause zu fahren. Am Nachmittag lernte ich dann eine andere Mutter kennen, die mir über ihren Weg erzählte und abends hatten wir einen Elternabend, bei dem man mir wieder Hoffnung gab. Ab dem 3. Tag lief es sooo viel besser. Die Therapeutin kam rein, Rabea strahlte sie an und die beiden fanden einen Weg zusammen die Mundtüte und die Padovanübungen zu turnen. Ganz ohne Geschrei und Weinen. Diese Therapeuten arbeiteten dann bis Samstag mit Rabea weiter und es wurde von Tag zu Tag besser und sie entspannte immer mehr und war glücklich. Auch ich konnte ab dem 3. Tag entspannen und abends, wenn Rabea schlief mich aufs Sofa fallen lassen. Schlafen fand Rabea dort übrigens total doof! Sie schlief kaum einen Abend vor 21 Uhr. Die Umstellung und die Therapien waren wohl schuld.

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Am Samstagvormittag sind Rabea und ich dann wieder in den Zug gestiegen und sind zu der weltbesten Britta nach Duisburg gefahren. Dort haben wir dann einen tollen Tag mit einer tollen Komune verbracht. Das nächste mal müssen wir unbedingt länger nach Duisburg!

Nach dieser Woche in Baiersbronn, war ich mir nicht sicher, ob das für uns der richtig Weg ist und ob ich dort noch einmal hinfahre. Aber nach dieser einen Woche hat Rabea so große Entwicklungsschritte gemacht, dass ich mir ganz sicher bin, dass ich auf jeden Fall noch einmal mit ihr hinfahren werde! Ich habe kein 0815 Down-Syndrom Kind (ja ich weiß jedes Kind ist anders, aber in gewissen Dingen ist sie anders) dem bin ich mir dort noch einmal deutlich bewusst geworden und ich bin mit falschen Erwartungen dort hingefahren. Mir war nicht klar, was diese Woche für Rabea bedeutet. Aber ich sehe jetzt an ihr, dass es alle Anstrengung wert ist.

Wir turnen weiter nach Padovan und die Mundtüte begleitet uns auch weiter.

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