Sprachreha

Wir waren jetzt 4 Wochen in Werscherberg zur Sprachreha. Wir wollten das zu diesem Zeitpunkt einmal versuchen, da Rabea im nächsten Sommer eingeschult wird und mit der Sprache noch weit hinterher hängt.

Es dauert lange, bis man einen Platz in Werscherberg bekommt, denn die Rehaklinik hat einen sehr guten Ruf und daher lange Wartezeiten. Schon im Februar hatten wir den Antrag bei der Rentenkasse gestellt. Entgegen aller Unckenrufe haben wir schnell die Genehmigung der Rentenversicherung bekommen. Ich hatte dann auch noch Glück, dass ich meinen Wunschtermin über die Herbstferien bekommen habe.

Unser Start in Richtung Werscherberg fing schon gut an, ich musste vorher noch zur Apotheke um ein Medikament zu holen und mir fiehl dann siedend heiß ein, dass ich zu Hause Rabeas Kruppmedikamente vergessen hatte. So traf ich mich dann noch vor der Autobahn mit meinem Mann. Zum Glück, denn in der ersten Nacht dort hatte sie einen Kruppanfall.
Die Strecke über Hamburg und Bremen machte keinen Spaß, es reite sich Baustelle an Baustelle und LKW an LKW. So fuhren wir anstatt der knapp 4 Stunden 6 Stunden.

In der Rehaklinik angekommen wurden wir dann in unserem Haus untergebracht, Wir wohnten im Haus 3. Unser zu Hause für die nächsten 4 Wochen. Die Zimmer sind klein und zweckgemäß eingerichtet, aber es fehlte uns an nichts. In den nächsten Jahren werden auch diese umgebaut bzw. ggf. abgerissen und neugebaut. Einen Fernseher haben wir uns vor Ort geliehen und ansonsten hatten wir ein Notebook mit. Ungewohnt war, dass wir zusammen in einem Zimmer geschlafen haben und dadurch das wir die Betten zusammengeschoben haben auch nebeneinander. Jetzt wo wir wieder zu Hause sind versteht Rabea nicht, warum ich nun nicht mehr neben ihr liege und steht immer wieder auf. Sie braucht noch ein paar Tage ums so richtig anzukommen.

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Der erste Tag war ansonsten ganz entspannt, wir packten aus, lernten die Hausleitung und unsere Mitbewohner kennen und machten einen gemeinsamen Rundgang über das Klinikgelände. Am nächsten Tag starteten die Kinder dann mit ihren ersten Terminen und der Untersuchung bei der Ärztin.
Jedes Kind hat in der Woche 5x Logopädie, 2x Ergotherapie, 1x Reiten, 1x Großtrampolinspringen, 1x Waldgang, 1x Bewegungsbad (wenn das Kind trocken ist und keine Schwimmwindel mehr benötigt) Rhytmik bzw. Musiktherapie und ggf. Physiotherapie.
Rabea ging jeden Tag gerne zu den Therapien und freute sich besonders zu ihrer Logopädin zu dürfen. Am liebsten wäre sie jeden Tag öfter dort hin gegangen. Selbst am Wochenende bog sie regelmäßig Richtung Logopädie ab. Ein Highlight war für die Kinder immer das Blaue Haus, in diesem durften die Kinder spielen, wenn die Eltern Vorträge hatten und die Kinder selber keine Therapie hatten. Es gab auch die Möglichkeit sich für eine Aktion in der Woche einzutragen. So sah man am Freitag gegen 15.00 Uhr dort die Eltern mit den Therapieplänen für die nächste Woche an den Aushängen stehen und die Kinder eintragen. Wir fanden es alle total schade, dass die Kinder da so selten hin durften. Denn 4 Wochen können echt sehr lang werden und den Kindern teilweise langweilig. Erst recht, wenn das Wetter schlecht ist.
Aber auch den Eltern wird nicht langweilig, es gibt diverse Vorträge und Workshops an denen man teilnehmen kann bzw. muss, Gespräche mit der Hausleitung in denen man ein Feedback aus den Therapien bekommt. Auch im Haus selber haben die Eltern Aufgaben, so muss Essen bestellt und geholt werden, sich um die Küche und das Spielzimmer gekümmert werden.
Mir wurde vorher gesagt, dass der Aufenhalt damit steht und fällt damit, wie man mit den anderen im Haus zurecht kommt. Wir hatten echt Glück! In anderen Häusern sah das schon ganz anders aus. Glücklich war ich auch, dass ich ein Auto vor Ort hatte, denn der Weg ins Dorf Bissendorf dauert etwa 20 Minuten und das hätte bei Regenwetter absolut keinen Spaß gemacht und wir hätten auch die Ausflüge nicht machen können! So waren wir Wildschweine gucken, Eis essen und im Zoo in Osnabrück. In der Rehaklinik bekommt man vergünstigte Karten für den Zoo. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Mein Fazit: Die 4 Wochen sind verdammt lang und teilweise auch echt anstrengend, aber sie lohnen sich absolut! Wir werden auf jeden Fall noch einmal fahren. Rabea hat schon dort tolle Fortschritte gemacht und es geht jetzt auch hier zu Hause gerade so weiter. Auch ich habe ein tolles Handwerkszeug bekommen, mit dem wir hier weiter arbeiten werden.

 

 

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Bruchpilot

Manchmal ist es echt zum Verzweifeln, dass Rabea nicht viel spricht. Normalerweise ist es nicht so das Problem, aber in gewissen Situationen wäre es echt toll, wenn sie mehr sprechen könnte.

Der Kindergarten rief an und bat darum, dass ich sie abhole, da sie über Schmerzen im Arm klagte, gar nichts mehr machen wollte und den Arm immer in Schonhaltung hatte.
Was mich besonders ärgert ist, dass ich natürlich genau an diesem Tag mein Handy zu Hause vergessen hatte und auch nicht nach der Arbeit direkt nach Hause gefahren bin.
Durch ihre Überbeweglichkeit der Gelenke hat sie sich schon mal das eine oder andere ausgehakt, so ging ich dann erst einmal von etwas harmlosen aus. Von der Orthopädin gut eingewiesen bewegte ich ihr Handgelenk wie erklärt. Leider brachte das nicht wie die letzten male den Erfolg. Rabea weinte immer mehr und lies sich gar nicht mehr beruhigen. Da das im Kindergarten passiert war mussten wir entweder zu einem Durchgangsarzt oder in die Notaufnahme. Juchu! Wir sind dann beim Unfallchirugen gelandet, der Rabea auch dazwischen schob. Also Logopädie abgesagt, ab ins Auto, die große Schwester vor die Wahl gestellt entweder kommst du mit oder du bleibst alleine hier, ich weiß aber nicht wie lange es dauert. Sie wollte mit, okay dann müssen wir die nächsten Tage etwas mehr in den Wochenplänen machen.

Dann kam die Frage aller Fragen:“Was ist ihr denn passiert?“ Ich konnte nur Vermutungen anstellen, denn genau gesehen hat es niemand. Der Chirug schaute es sich schon mal im Wartezimmer an. Auch da wieder die Frage was passiert ist. Rabea die normalerweise kaum mit Fremden spricht sagte nur:“Aua Arm knick.“ SUUUUUPER ein Dreiwortsatz! Aber was passiert ist haben wir natürlich nicht erfahren. Also röntgen, da er vermutete das da was kaputt ist. Das Röntgen fand Rabea total doof. Ihr große Schwester hingegen versuchte schon mal die Röntgenbilder zu interpretieren. Wie wir sehen sehen wir nichts, so hatten wir keine genaue Erklärung für die Schmerzen und ganz stillgehalten hat sie bei den Aufnahmen auch nicht. Also die Entscheidung 7 Tage stilllegen und dann noch mal schauen. So bekam Rabea eine Gipsschiene und einen tollen pinken Verband. Und wir waren dann nach einem kurzen Stop bei Edeka gegen 19 Uhr zu Hause. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass Rabea diesen ständig versucht abzumachen, aber nein es ging total gut.

Seit gestern ist die Gipsschiene wieder ab. Bei der Kontrolluntersuchung bewegte sie die Hand und den Arm ganz normal und belastete auch gleich wieder voll. Wir hoffen, dass es sich nun damit erledigt hat.

Für Rabea ein Abenteuer für mich STRESS! Denn unsere Tage sind in der Regel recht gut organisiert, aber das bringt unsere Organisation tüchtig ins wanken. Zumal mein Mann genau in dieser Woche nicht da war. Sonst lässt es sich immer gut organisieren, dass er dann zu Hause übernimmt. Und wir wissen immer noch nicht was nun wirklich passiert ist. Aua Arm knick.

2017-03-14 18.42.15